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Künstlertreff: Christian Bilger

Kinetisch-akustische Installationen

"Die Angst des Ingenieurs vor Totpunkt" / Foto: Andreas Weidmann

Christian Bilger hat sich den Interessierten beim Künstlertreff gestellt. Er lebt in Berlin und hat ein Nebengebäude einer alten Lederfabrik mit Unterstützung des Senats zu einem Werkstatt- und Atelierhaus saniert. Er gehört zu den Mitgründern der Galerie oqbo – raum für bild, wort und ton in Berlin 2008, die einen Projektraum anderen Künstlern und den 6 Mitglieder zur Verfügung stellen. Er will mit Materialien aus dem Bereich des Handwerks und durch Motoren dynamische Gebilde, die Bewegung in verschiedener Weise erlebbar machen und dabei auch zwangsläufig Geräusche erzeugen, „Bewegung ist Leben und die Ohren schauen mit“.
 
Er erläuterte dies an seinen 2 Arbeiten für Süßen. Mit dem Werk „Die Angst des Ingenieurs vor Totpunkt“. kehrt in dieser kinetischen Arbeit Wolle auf das Gelände der ehemaligen Kammgarnspinnerei Stahl in einem Kunstobjekt zurück. Viele Meter Wollwürste gefüllt mit einem Drahtkern, knäuelartig verflochten und an Fäden an einer beweglichen Holzscheibe hängend (Exzenter genannt in der Mechanik). Ein Motor dreht die Holzscheibe langsam aufwärts, das zieht die umgelenkten Fäden nach oben und somit auch das Knäuel. Im höchsten Punkt löst sich alles Gewicht, das Knäuel sackt nach unten und schwingt vielfältig nach, es entsteht ein bewegliches Strukturgemälde und ein Geräusch, dann beginnt alles von vorn.
 
„Solche Kunstwerke sind nicht zum an die Wand hängen“, so Bilger auf die Frage, ob sich dies veräußern lasse. Er verdient seinen Lebensunterhalt vor allem mit Kunst & Technik – Projekten im Rahmen des Symposiums „Aktuelle Wege“ mit Kindern beim Bau einer Tageslichtmischmaschine, seit 2009 zusammen mit der Künstlerin Julia Ziegler, die von Donnerstag bis Samstag eine Tageslichtmischmaschine angehen möchten. Ihr Arbeitsplatz ist das Kinderhaus in den Stiegelwiesen.

Foto: Andreas Weidmann
(Erstellt am 06. September 2018)